und was du dagegen tun kannst
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ToggleSchulterschmerzen beim Schwimmen gehören zu den häufigsten Problemen von Freizeit- und ambitionierten Schwimmern. Viele merken es erst als leichtes Ziehen nach dem Training. Später wird daraus ein stechender Schmerz bei bestimmten Armbewegungen – vor allem beim Kraulen. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen liegt es nicht am Schwimmen selbst, sondern an Technik, Trainingssteuerung oder fehlendem Ausgleich.
In diesem Artikel erfährst Du, warum Schulterschmerzen beim Schwimmen entstehen, welche typischen Ursachen dahinterstecken und was Du konkret ändern kannst.
Warum ist die Schulter beim Schwimmen so anfällig?
Die Schulter ist das beweglichste Gelenk unseres Körpers – aber genau das macht sie auch verletzungsanfällig. Beim Kraul- oder Rückenschwimmen wiederholst Du hunderte Male dieselbe Bewegung über Kopf. Wenn dabei kleine technische Fehler auftreten, summieren sie sich.
Studien beschreiben dieses Phänomen als typische Überlastungsproblematik bei Überkopfsportarten. In einer häufig zitierten Untersuchung im American Journal of Sports Medicine (Bak & Magnusson, 1997) wurde gezeigt, dass wiederholte Armbewegungen über Kopf in Kombination mit muskulären Dysbalancen und hoher Trainingsbelastung ein zentrales Risiko für Schulterbeschwerden bei Schwimmern darstellen.
Man spricht im Schwimmen häufig vom sogenannten „Swimmer’s Shoulder“. Gemeint ist damit eine Überlastungsproblematik durch:
- hohe Wiederholungszahlen
- schlechte Wasserlage
- fehlende Rumpfstabilität
- muskuläre Dysbalancen
Die Schulter arbeitet nie allein. Sie ist Teil einer Kette: Rumpf – Schulterblatt – Oberarm. Wenn irgendwo in dieser Kette etwas nicht stimmt, muss die Schulter kompensieren.
Die häufigsten Ursachen für Schulterschmerzen beim Schwimmen
1. Fehlerhafte Armführung im Kraulen
Ein typischer Fehler ist das „Überkreuzen“ der Hand vor dem Kopf. Wenn Deine Hand beim Eintauchen zur Körpermitte zieht, entsteht Druck im Schultergelenk.
Ebenso problematisch:
- zu steifer Arm
- fehlender hoher Ellbogen unter Wasser
- Zug nach unten statt nach hinten, wodurch das Schulterblatt nach vorne kippt bzw. die gesamte Schulter nach innen rotiert und zusätzlicher Druck im Gelenk entsteht
Stell Dir vor, Du ziehst das Wasser nach hinten weg – nicht nach unten.
2. Fehlende Schulterblatt-Stabilität
Viele trainieren fleißig im Wasser, vernachlässigen aber die stabilisierende Muskulatur rund um das Schulterblatt. Ohne stabile Basis arbeitet der Oberarmkopf zu stark nach vorne oben – das führt langfristig zu Reizungen.
Typische Anzeichen:
- Schmerz bei Überkopfbewegungen
- Druckgefühl vorne in der Schulter
- Probleme bei längeren Serien
3. Zu schneller Trainingsaufbau
Gerade nach Pausen oder im Wintertraining steigern viele Schwimmer plötzlich Umfang und Intensität.
Beispiel aus der Praxis: 1500 m gewohnt, dann plötzlich 3000 m mit Paddles. Die Schulter bekommt keine Zeit zur Anpassung.
Regel: Steigere Umfang oder Intensität – nicht beides gleichzeitig.
4. Zu häufiger Einsatz von Paddles
Paddles erhöhen den Druck auf die Schulter deutlich. Sie sind ein sinnvolles Trainingsmittel, aber nur bei sauberer Technik.
Wenn Du bereits leichte Schmerzen spürst, solltest Du Paddles sofort pausieren.
Was Du konkret gegen Schulterschmerzen beim Schwimmen tun kannst
1. Technik überprüfen lassen
Oft liegt die Lösung nicht in weniger Training, sondern in besserem Training. Eine Videoanalyse zeigt schnell, wo Deine Bewegung ineffizient ist.
Wenn Du Deine Technik gezielt verbessern willst, findest Du auf meiner Seite strukturierte Trainingspläne und individuelle Betreuung:
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Gerade bei wiederkehrenden Schulterschmerzen lohnt sich ein professioneller Blick von außen.
2. Rumpf- und Schulterblatttraining integrieren
2–3 Einheiten pro Woche mit:
- Theraband-Außenrotation: Ellbogen eng am Körper auf 90° beugen, Unterarm vor dem Bauch. Das Theraband seitlich fixieren und den Unterarm langsam nach außen drehen, ohne dass der Ellbogen vom Körper wegwandert. Wichtig: Schulter bleibt tief, Brust aufrecht, Bewegung kontrolliert.
- Y- und T-Hebungen: In Bauchlage oder leicht vorgebeugt im Stand die Arme gestreckt anheben. Für die Y-Position schräg nach vorne oben, für die T-Position seitlich auf Schulterhöhe. Fokus liegt darauf, die Schulterblätter aktiv nach hinten unten zu ziehen, nicht ins Hohlkreuz auszuweichen.
- Plank-Variationen: Unterarm- oder Liegestützposition halten und aktiv die Schulterblätter stabilisieren. Optional mit abwechselndem Armheben oder Schulter-Taps. Ziel ist es, die Rumpfspannung zu halten, während die Schulter stabil bleibt.
- Rudern mit Fokus auf Schulterblattkontrolle: Mit Theraband oder Kabelzug die Ellbogen nah am Körper nach hinten ziehen. Zuerst bewusst die Schulterblätter nach hinten unten führen, dann die Arme beugen. Kein Hochziehen der Schultern, Bewegung langsam und kontrolliert ausführen.
Schon 10–15 Minuten ergänzendes Athletiktraining können einen großen Unterschied machen.
3. Trainingsumfang intelligent steuern
Wenn Schmerzen auftreten:
- Umfang um 20–30 % reduzieren
- Technikfokus statt Intensität
- Paddles pausieren
- keine langen Serien mit hohem Tempo
Wichtig: Komplett aufhören ist selten notwendig – aber gezielt anpassen schon.
4. Rückenschwimmen als Ausgleich nutzen
Rückenschwimmen kann helfen, wenn es sauber ausgeführt wird. Es fördert eine bessere Schulteröffnung und stärkt die hintere Kette.
Aber Achtung: Auch hier entscheidet die Technik. Mehr dazu erfährst du im Artikel Vorteile vom Rückenschwimmen.
Wann solltest Du ärztlich abklären lassen?
Wenn folgende Symptome auftreten:
- Schmerz auch im Alltag
- Nachtschmerz
- deutliche Kraftminderung
- Schmerz länger als 2–3 Wochen trotz Anpassung
Dann ist eine orthopädische Abklärung sinnvoll.
Prävention: So bleibt Deine Schulter langfristig gesund
- Technik regelmäßig überprüfen
- Trainingssteigerungen planen
- Athletiktraining einbauen
- Intensität periodisieren
- auf Körpersignale hören
Viele Schwimmer trainieren hart – aber nicht smart. Genau hier liegt der Unterschied.
Schwimmen ist ein großartiger Sport für die Gesundheit. Mit sauberer Technik, kluger Trainingsplanung und einem stabilen Rumpf kannst Du Deine Schulter langfristig beschwerdefrei halten.
Wenn Du Unterstützung bei Technik, Trainingsstruktur oder individueller Planung brauchst, findest Du auf https://swimcoachjoern.de sowohl Trainingspläne als auch persönliches Coaching.
Fazit
Schulterschmerzen beim Schwimmen entstehen meist durch eine Kombination aus Technikfehlern, Überlastung und fehlendem Ausgleichstraining. In den seltensten Fällen ist Schwimmen an sich das Problem – sondern die Art und Weise, wie trainiert wird. Die Lösung liegt deshalb nicht im kompletten Aufhören, sondern im gezielten Anpassen von Technik, Umfang und Trainingsstruktur.
Wer dauerhaft beschwerdefrei bleiben möchte, sollte drei Dinge kombinieren: saubere Technik im Wasser, stabile Schulterblatt- und Rumpfmuskulatur an Land und eine durchdachte Trainingssteuerung. Kleine Korrekturen – etwa eine bessere Armführung oder eine reduzierte Paddles-Nutzung – können oft mehr bewirken als wochenlange Trainingspausen.
Betrachte Schulterschmerzen nicht als Rückschlag, sondern als Signal. Dein Körper zeigt Dir, dass etwas optimiert werden darf. Wenn Du dieses Signal ernst nimmst und strukturiert daran arbeitest, wirst Du langfristig stärker, effizienter und widerstandsfähiger.
Investiere in Technik, baue Stabilität auf und trainiere mit Plan. Dann wird Deine Schulter nicht zum limitierenden Faktor, sondern bleibt das, was sie sein soll: Dein Motor im Wasser – auch über viele Trainingsjahre hinweg.
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